Ursprungsland Italien
Einsatz:
Für die Trüffelsuche auf jedem Boden spezialisierter Hund
F.C.I.- Klassifizierung:
Gruppe 8 - Apportier-, Stöber- und Wasserhund
Sektion 3 - Wasserhunde
Nr. 325/bis
Geschichtliche Anmerkung
Antike Wasserapportierrasse, seit dem 16.Jahrhundert in den Lagunen von Ravenna, nach Ende des 19.Jahrhunderts hat er sich dann in den Ebenen und Hügeln der Romagna mit der Präzisen Funktion des Trüffelhundes verbreitet.
Allgemeines Aussehen
Der Lagotto ist ein Hund von mittlerem-kleinem Umfang, mit derbem Aussehen, stark gebaut und sehr gut proportioniert, mit dichtem und gelocktem Haar mit wolliger Struktur. Die allgemeine Gestalt ist die eines leichten Mesomorphen, dessen Rumpf im Quadrat steht, harmonisch in Bezug auf das Format (Heterometrie) und disharmonisch in Bezug auf die Umrisse (Alloidismus).
Wichtige Proportionen
Die Länge des Kopfes erreicht 4/10 der Widerristhöhe. Die Länge der Schnauze ist um 2/10 geringer im Verhältnis zur Schädellänge (d.h. die Schnauze entspricht ca. 44% der gesamten Kopflänge). Die Höhe der Rippengegend liegt etwas unter 50% der Widerristhöhe und kann 44% dieser Höhe erreichen.
Verhalten und Charakter
Die Funktion des Lagotto besteht in der Trüffelsuche, die er mit Leidenschaft und Effizienz erfüllt, wobei er sich seine angeborene Neigung zur Suche und seinen ausgezeichneten Geruchssinn zunutze macht. Da sein Jagdinstinkt bei seiner Arbeit ausgelöscht ist wird er nicht vom Wildgeruch abgelenkt und kann als einziger wirklicher Spezialist für die Trüffelsuche angesehen werden. Anspruchslos, intelligent, liebevoll, hängt sehr an seinem Herrchen und ist leicht abzurichten. Der Lagotto ist auch ein ausgezeichneter Warn- und Gesellschaftshund.
Kopf
Gemässigt kräftig und von oben gesehen trapezförmig, hat die oberen Längsachsen des Schädels und der Schnauze untereinander leicht divergent. Seine Länge erreicht 4/10 der Widerristhöhe. Der Schädelindex geht von 50 bis 54 (Mesozephalie). Nie unter 50 (Dolichozephalie). Die Haut haftet glatt und straff an den darunter liegenden Geweben.
Schädelgegend
Der Schädel ist an den Jochbogen breit. Seine Länge entspricht 56% der gesamten Kopflänge und die Breite (bizygomatischer Durchmesser) ist gleich der Länge. Von vorne sieht er gebogen aus. Im Profil bildet er einen sehr offenen Bogen, der sich in der Hauptgegend abschwächt. In den drei Dimensionen gut entwickelte Stirnhöcker, markierte Augenbrauenbogen, nicht besonders betonte aber sichtbarer Stirnansatz (Stop), betonte Stirnfurche, kurzer und relativ abgeflachter Hinterhauptbeinstachel, leicht gezeichnete Fontanellen.
Schnauzengegend
Nasenschwamm
Voluminös mit breitem, offenen und beweglichen Nüstern. Mittelfurche ziemlich betont. Im Profil ist sie auf derselben Linie des Nasenrückens und tritt unmerklich auf dem Vordergesicht der Lippen hervor (ca. 81 /87 Grad in Bezug auf den Nasenrücken). Die Farbe geht von hellbraun bis dunkelbraun im Verhältnis zur Tonalität der Behaarung.
Schnauze
Seine Länge liegt 2/10 unter der Schädellänge (d.h. die Schnauze entspricht ca. 44% der gesamten Kopflänge). Seine Tiefe oder Höhe erreicht die 8,5/10 der Länge des Nasenrückens (d.h. 44% der gesamten Kopflänge). Seine Breite ist bezüglich der Länge 3,5/10 geringer (sie ist demzufolge gleich 29% der gesamten Kopflänge). Seine Seiten sind leicht konvergent, aber die Vorderseite ist eher flach. Das obere Profil des Nasenrückens ist geradlinig. Das untere Schnauzenprofil ist durch den Unterkiefer gegeben.
Lippen
Die Maulwinkeltasche der wenig entwickelten und eher gedehnten Oberlippen ist kaum sichtbar. Von vorne gesehen bilden sie an ihrem Trennungspunkt einen breiten Halbkreis. Die Lippenkanten sind in den verschiedenen Brauntönen pigmentiert. Die Lippen sind mit langen, eher rauhen Haaren überzogen, die Schnurrbärte bilden
Kiefer
Sie sind gut entwickelt. Die Unterkeiferklauen sind eher geradlinig und der Unterkieferkörper ist stark und relativ breit. Die Zähne sind weiss, komplett ausgebildet und zahlenmässig vollständig, wobei die Anlage der Schneidezähne scheren- oder zangenartig ist, toleriert die umgekehrte Schere (Gegenversion der unteren Schneidezähne).
Backen
Flache Kaumuskeln
Augen
Gross, rundlich und leicht vorstehend. Die Farbe der Iris reicht von ockergelb bis dunkelhaselnussfarben und braun je nach Behaarung. Sie befinden sich in subfrontaler Stellung, haben anhaftende Lider mit in den verschiedenen Brauntönen pigmentierte Ränder. Extrem entwickelte Wimpern. Aufmerksamer, intelligenter und lebhafter Ausdruck.
Ohren
Im Verhältnis zum Kopf mässig gross, mit leicht abgerundeten Spitzen. Dreieckige Form mit ziemlich breiter Basis, sitzen kurz über dem Jochbogen, in Ruhestellung hängend oder leicht angehoben, wenn aufmerksam. Ausgestreckt erreichen sie den Nasenlauf bei 1/4 seiner Länge. Das Haar auf den Ohren neigt zum Öffnen der Locke, obwohl es immer sehr gewellt bleibt. Es gibt kein Ohrteil mit kurzem Haar. Das Innere der Ohrmuschel ist mit Haaren überzogen.
Hals
Im oberen Teil leicht gebogen. Vollkommen ohne Wampe. Gerade etwas kürzer als der Kopf (8,5/10 der gesamten Kopflänge) hat er einen Umfang, der bei den Männchen das doppelte seiner Länge erreichen kann. Er ist stark, muskulös, trocken mit ovalem Querschnitt, mit guter Loslösung vom Nacken.
Rumpf
Er ist stark gebaut und massvoll (seine Länge stimmt mit der Widerristhöhe überein)
Oberlinie
Geradlinig vom Widerrist gegen die Kruppe
Widerrist
Er übersteigt das Niveau der Kruppe und, obwohl nicht zu schmal ist er doch ziemlich erhöht und nach hinten verlängert
Rücken
Geradlinig, sehr muskulös. Seine Länge entspricht ca. 33% der Widerristhöhe
Lende
Kurz, sehr kräftig, im Profil leicht konvex, gut mit dem Rücken und der Kruppe verbunden. Seine Länge entspricht 1/6 der Widerristhöhe, während die Breite der Länge gleichkommt und manchmal leicht übersteigt.
Kruppe
Lang (ca. 32% der Widerristhöhe), breit (durchschnittlich 24% der Widerristhöhe), muskulös, leicht geneigt (die Neigung der Hüfte geht von 25 bis 30 Grad). Nach der Neigung der Hüfte  wird die Kruppe definiert:
horizontal                    von 15 bis 25 Grad
geneigt                        von 25 bis 35 Grad
schräg oder gesenkt       mehr als 35 Grad
Brust
Gut entwickelt. Am Ellbogen abfallend, übersteigt sein Umfang 1/5 der Widerristhöhe, sein Durchmesser, der auf der Hälfte der Brusthöhe am höchsten ist, erreicht 31% der Widerristhöhe. Vorne weist sie eine leichte Andeutung von Kiel auf, um sich dann nach hinten ab der sechsten Rippe beträchtlich zu verbreitern.
Untere Linie
Das Brust-Bauch-Profil zeigt eine lange Brustbeinregion, die in einem ersten kurzen Abschnitt zur geraden Linie neigt, dann in einem sehr breiten, senkrechten Halbkreis weitergeht und wieder leicht in Richtung Unterleib, der nicht zu weit zurückgezogen ist, zurückläuft.
Rute
Sie befindet sich auf halber Höhe, mit schlanker Spitze ausgestreckt, erreicht sie den Widerrist. Sie ist mit wolligem und rauem Haar überzogen. In Ruhestellung krummsäbelartig getragen, wenn aufmerksam, hebt sie sich entschieden. Während der Arbeit oder wenn der Hund aufgeregt ist, kann sie auch beträchtlich über der Rückenlinie getragen werden, jedoch nicht ringförmig gebogen.
GLIEDMASSEN
Vorderglieder/Generelle Überprüfung
Sowie im Profil als frontal reguläre Stutze. Die Höhe der Vorderglieder liegt bei 56% der Widerristhöhe
Schulter
Lang (sie erreicht 30% der Widerristhöhe), schräg (52/55 Grad), muskulös, stark, am Brustkorb haftend, aber in den Bewegungen frei. Der Schulter-Schulterblatt-Winkel schwankt zwischen 110 und 115 Grad.
Arm
Muskulös, mit trockenem Knochengerüst, seine Länge entspricht 30% der Widerristhöhe. Seine Neigung auf dem Horizont variiert von 58 bis 60 Grad
Unterarm
Perfekt vertikal, mit ovalem Durchschnitt, mit kompaktem Knochengerüst. Seine Länge entspricht 36% der Widerristhöhe.
Ellbogen
Lang, vorspringend, gut anliegend, aber nicht an die Rippen geschlossen, überzogen von trockener Haut, müssen sie sich wie die Oberarmknochen auf einer streng parallelen Ebene zu der sagittalen des Rumpfes befinden. Die Spitze des Ellbogens (Ellbogenhöckerepiphyse) liegt auf der Vertikalen, die vom kausalen Winkel vom Schulterblatt zum Boden erniedrigt ist.
Carpus
Von vorne gesehen folgt er der senkrechten Linie des Vorderarmes. er ist trocken, dick und beweglich. Der Carpusknochen tritt gut hervor.
Mittelhand
Von geringerer Grösse als der Vorderarm, ist er trocken, elastisch, mit einem Minimum an Unterhautzellgewebe. Von vorne gesehen muss seine Richtung auf derselben durchgehenden senkrechten Ebene des Vorderarmes liegen, im Profil bildet es einen Winkel mit dem Boden von 75/80 Grad.
Pfoten
Rundliche, kompakte Vorderpfoten mit spitzen und zusammenliegenden Zehen. Starke und gebogene Nägel. Gute Pigmentierung der Fusssohlen- und Fingerballen. Gut entwickeltes Zwischenfingermembran.
Hinterglieder/Gesamtbeurteilung
Reguläre Stutze, starke Hinterhand, die in gutem Verhältnis zum Umfang des Hundes steht.
Oberschenkel
Lang (bis zu 35% der Widerristhöhe), mit gut betonten und deutlich getrennten Muskeln, weist eine leichte hintere Wölbung auf. Die Femurachse, ziemlich schräg von oben nach unten und von hinten nach vorne, hat eine Neigung von 80 Grad auf der Horizontalen, der Hüft-Oberschenkelwinkel beträgt daher ca. 105/110 Grad. Die durchgehende vertikale Ebene für den Schenkel im Verhältnis zur Mittelebene des Körpers ist parallel
Unterschenkel
Wenig länger als der Oberschenkel (ca. 36% der Widerristhöhe), mit gutem Knochenbau und Muskulatur, hat er die Beinauskehlung gut hervortretend. Seine Neigung auf der horizontalen geht von 50 bis 55 Grad mit einem Oberschenkel-Kniescheiben-Schienbein-Winkel von ca. 130/135 Grad. Seine Richtung ist parallel zur Mittelebene des Körpers.
Sprunggelenk
Breit, dick, trocken, mit gut hervorgehobenen Knochenvorsprüngen, parallel gegenüber der Körpermittelebene. Der Schienbein-Mittelfuss-Winkel beträgt ca. 140 Grad.
Mittelfuss
Trocken, zylindrisch, immer perpendikular zum Boden
Pfoten
Hinterpfoten leicht ovaler als die Vorderfüsse und mit etwas weniger spitzen Knochengliedern.
Gang
Normaler Schritt. Entschlossener, lebhafter Trab. Streckenweise Galopp
Haut
In jeder Region gut am Karpus haftend, dünn, mit geringem Unterhautzellgewebe. Darf keine Falten bilden. Das Pigment der Schleimhäute und Sklerenchyme geht von hell- bis dunkelbraun oder sehr dunkelbraun, dasselbe gilt für die Handwurzel-, Finger- und Fusssohlenballen.
Haarkleid
Haar mit wolligem Gewebe, nie zu Strähnen oder Lockern verflochten, auf der Oberfläche halbrau, mit sehr enger Locke, ringförmig gebogen, mit sichtbarem Unterhaar. Die Kräuselung muss gleichmässig, über den ganzen Körper verteilt sein, ausser auf dem Kopf, wo sich die Locken zum Öffnen neigen. Schnauzer, Bart und Augenbrauen gut ausgebildet. Auch die Backen sind mit dichtem Haar überzogen. Das Deckhaar und vor allem das Unterhaar sind wasserabstossend. Da das Haar, wenn es nicht geschnitten wird zum Verfilzen neigt, ist neben der regelmässigen Entfernung des verfilzten Haares und Unterhaares mindestens ein kompletter Schnitt im Jahr erforderlich.
Farbe
Einfarbiges schmutziges Weiss, weiss mit braunen oder orangefarbenen Flecken, braunscheckig, einfarbig braun (in verschiedenen Tönen), einfarbig orangefarben, nie schwarz, weiss und schwarz oder grau. In einigen Tieren ist die braune oder dunkelbraune Maske vorhanden.
Widerristhöhe
Rüde:         von 43 bis 48 cm (ideal 46 cm)
Hündin:     von 41 bis 46 cm (ideal 43 cm)
Gewicht
Rüde:         von 13 bis 16 kg
Hündin:      von 11 bis 14 kg
Mängel
Jede Abweichung von den in der Beschreibung jeden Bereiches angegebenen Charakteristiken stellt einen Mängel dar, der in der Beurteilung im Verhältnis zu seiner Schwere und Verbreitung bestraft werden muss.
Ausscheidungsmängel
Konvergenz der Schädel-Gesichtsachsen, konkaver Nasenlauf, betonte und entstellende Prognathie, teilweise Depigmentierung, beidseitiger Strabismus, nicht lockiges oder vollkommen abrasiertes Haar, schwarze oder schwarzscheckige Behaarung., vorhandene Afterklauen, amputierter Schwanz, Widerristhöhe höher oder niedriger als festgelegte Grenzwerte.
Disqualifizierende Mängel
Übereisigkeit, Einhodigkeit, Kryptorchismus, totale Depigmentierung, Glasauge

Bearbeitet von Dr. Antonio Morsiani und offiziell anerkannt von E.N.C.I. und von der F.C.I. im Jahre 1995

Quelle: The Lagotto Romagnolo, International Book of 2003